Thursday, November 09, 2006

Haben, nicht haben und haben wollen?

15.11.2006

Bei Guido im Blog gesehen und gleich mal geklaut ;) .. sorry

5 Dinge, die ich nicht habe, aber gerne hätte:
- die Fähigkeit sehr schnell zu lernen und sehr viel zu behalten
- einen Job im Anschluss
- genug Geld und Zeit (damit ich alles ausprobieren kann, was ich möchte. Reisen/Berufe/Kurse/Sprachen ...)
- 10cm mehr an Länge (ich bin eine Frau, was kann es also heißen? Körperlänge... genau! rischdisch! ;)
- ein "Hut-Gesicht"

5 Dinge die ich habe, aber lieber nicht hätte:
- um gleich mal dem Cliché zu entsprechen: Gewicht. Davon hätte ich gerne weniger.
- im Moment kalte Füße
- einen dämlichen Wirbel auf dem Kopf
- dicke Haare (naja, im Sommer hätte ich gerne ne Glatze. Im Winter liebe ich meine Haare ... Teufelskreis)
- Kontaktlinsen und zwei unterirdische Pickel

5 Dinge, die ich nicht habe und auch nicht haben möchte:
wie soll man sich auf 5 Dinge beschränken? Ich fass das mal zusammen.
- noch mehr Wirbel auf dem Kopf, Haarausfall, eingewachsende Zehennägel ...
- Gewicht, Pickel, n Buckel, sonstige nette Krankheiten
- unfreundliche Nachbarn, nervende Verwandte
- einen schlechten Zahnarzt
- Schnecken auf meinen Lilien im Garten, Läuse auf meine Orchideen, Milben in der Wohnung, anderes pestartiges Getiers ...

Kamogawa/Chiba

So, war gerade meine Mini Croissants ohne Mitte kaufen und hab gedacht ich nehm mal so einen kleines süßes Sesambällchen zum probieren mit. Ich fall aber auch auf alles rein .. jedes Mal.
Mit was war das Bällchen gefüllt? Na klar, mit Anko. Rote Bohnenpaste ... ich hab´s echt gepachtet, oder?

Am Montag stand ich eine Stunde vor der Bürotür und keiner kam. El Chefe ist auf Geschäftsreise und Frau F. kam einfach nicht .. nach einer Stunde kam dann durch Zufall eine Frau aus dem EG zu uns in den Stock (wohl von der Verwaltung) und war ganz geschockt, dass ich da war.
Sie hatte gehört, dass Frau F. eine Grippe hat und hatte nicht mit mir gerechnet. Da ich zwar einen Schlüssel aber keine Sicherheitskarte für die Alarmanlage habe, konnte ich nicht rein. Die Frau hat eine solche Karte und ich konnte dann doch noch ins Büro. Frau F. kam später kurz vorbei, ist aber gleich wieder heim ins Bett.
Also hatte ich den ganzen Tag für mich und konnte sogar noch früher gehen ... :)

Bin dann am nächsten Tag erst gegen 10 Uhr ins Büro und bin schon um 3 wieder heim. War ja nix los und ich hatte alles was ich tun konnte (Post, Ablage ...) erledigt. Also, ab in den Waschsalon, meine Hausaufgaben für den Japanischkurs gemacht und noch einen Film geguckt.

Aber seit heute ist Frau F. wieder da. Morgen kommen die Maler, weil schon der Putz von der Decke kommt. Das Ohtsu Gebäude, in dem das Büro ist, steht unter Denkmalschutz und wird nur ab und zu mal gestrichen. Da die Farbe aber nie lange zu halten scheint (an hunderten von Stellen bröckelt schon alles) müssen die Maler diesmal wieder ran. Direkt über meinem Platz reißt die Decke und es hängen Farbstücke ab. Arbeiten und das Zeug auf mich rieseln lassen ist eine unpopuläre Idee, also geh ich morgen 2-4 Stunden einkaufen oder in einen Coffeeshop (oder beides) ... hach, so könnte man seine Arbeit öfter verbringen, oder?


Lg

Wednesday, November 08, 2006

Lustiges für Zwischendurch VII

Enoshima

One day, a man came home and was greeted by his wife dressed in a very
sexy nightie. "Tie me up," she purred, "and you can do anything you
want."
So he tied her up and went fishing.


A woman came home, screeching her car into the driveway, and ran into
the house. She slammed the door and shouted at the top of her lungs,
"Honey, pack your bags. I won the damn lottery!"
The husband said, "Oh my God! What should I pack,- beach stuff or
mountain stuff?"
"Doesn't matter," she said. "Just get the hell out".



Lou, schießen sie auf die Reifen.
- Das ist ein Panzer, Sir.
Lou, ihre Ausreden gehen mir langsam auf die Nerven.


Sehr schön zu lesen. Ich hab mehr vor Lachen geheult, aber Lesen geht auch.



PS: So einen hätt ich auch gerne.

(Leider kommt vorher ein Werbevideo. Danach erst kommt der coolste Vogel überhaupt).

Tuesday, November 07, 2006

Herbst in Nikko

13.11.2006

Herbst in Japan

Das neue Wochenende ist schon fast da und ich hab vom Letzen noch nicht mal fertig geschrieben. Inzwischen ist es schon rum, denn ich hab ja letzte Wochen schon angefangen zu tippen. Hier also der Bericht vom 5. und 6. November.

Sonntag morgen bin ich früh los und mit dem Zug nach Nikko gefahren. Nach einer guten Stunde quer durch Tokyo, dann noch gute zwei Stunden im Limited Express und ich war am Ziel meiner Reise. Dor war es, wie erwartet schön frisch und meine Klamotten im Zwiebelprinzip haben sich sehr schnell bewährt.
Als erstes ging es mit dem Bus zu den Kirifuri Falls :
... und wieder zurück nach Nikko von wo aus ich dann ca. 2 km leicht bergauf lief , vorbei an alten Häusern, kleinen Souvenirläden, dem Touristenbüro (in dem ich noch schnell surfen war) zur Shinkyo Brücke ...
Auf dem Weg dahin hab ich mir einen der kleinen VitaminC Drinks aus dem Conbini gekauft. Ca. 1400mg Vitamin C gequetscht in eine kleine 150ml Flasch. Praktisch und lecker. Das Zeug drinkt ich seit es hier etwas kälter geworden ist regelmäßig und hoffe ich werd nicht krank. Aber die Flasche war wegen dem Kühlregal sooo kalt, dass man alleine schon vom Anfassen n Schnupfen kriegt. Sinnvoll.

Weiter zur Brücke ...
Rechts davon auf dem Berg liegt dann der "Tempelbereich", ein Wald mit vielen Wegen die zu verschiedenen Tempeln führen.
Bevor ich überhaupt mit den ganzen Tempelbesichtigungen angefangen hab, hab ich erst mal versucht die Frau mit ihren beiden Kindern vor die Linse zu bekommen. Die waren gerade hier um 七五三 (7-5-3) zu feiern. Etwas zu früh, da es erst am 15. November ist, aber gut für mich ;)

Am Ticketschalter hab ich mir dann ein Kombinationsticket für alle Tempel gekauft und dann ging das Touristenprogramm los.
Der Garten Shoyo-en war beeindruckend. Etws vollgestopft mit Leuten, aber sehr schön.

Was da so schön aussieht ist "Momiji" japanisches Herbstlaub. Die Blätter verfärben sich Orange und dann Rot bevor sie dann von den Bäumen fallen.
Das, und die Zeit, in der die Kirschblüten blühen (Frühjahr) sollen die schönsten Zeiten in Japan sein. Kann ich bis hierher nur bestätigen ...

Sanbutsudo Tempel ist Teil des Rinnoji und in ihm Sitzen drei große goldenen Statuen.
Zwischen den Tempeln läuft man Steinwege lang, vorbei an riesengroßen Zedern, viele Bäume, von denen ich keine Ahnung hab, was die sind, mossbewachsene Steine, Laternen etc.

Der nächste Tempelkomplex
war das Nikko Mausoleum
mit Toren noch und
nöcher, Steinlaternen,
usw.

Klickt einfach auf die Links oder googelt ein bißchen.

Ich bin nämlich zu faul, alles aus dem
Touristenguide hier abzutippen ;)


Yakushido:
Der nächste Tempel "Toshogu"war wieder mehr ein ganze Komplex mit Außen- und Innenbereich, einer Mauer drumherum und vielen kleinen tempelartigen Gebäude im und um den Hof.
Dort befindet sich auch das bekannte Holzbild der drei Affen "Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen" (mizaru, kikazaru, iwazaru). Leider ist das Bild von denen nichts geworden, deswegen muss ich euch mit einem Bild aus dem Netz versorgen ... :(

Dieses Wochenende hatte ich Probleme mit dem Foto. Einige Bilder sind nichts geworden, andere wiederum (siehe unten) sind leicht verschwommen. Ich hatte wohl eine falsche Einstellung drin?!

Am oberen Ende des "Komplexes" befindet sich das Grabmal von Tokugawa Ieyasu. Um dahin zu kommen muss man erst mal gute 150 Stufen nach oben. uff...

Die schlafende Katze:

Noch mehr Herbstlaub:

Nachdem ich alle Temple und Schreine gesehen hatte, bin ich den Weg wieder zurück gelaufen und hab meine Unterkunft gesucht. Auf dem Weg bin ich an leckeren Essensständchen vorbei gekommen ... und ich hatte soo Hunger. Es war schon fast 6 Uhr und ich hatte seit 8 Uhr morgens nichts mehr gegessen. Ich bin aber hungrig weiter, denn ich gebe keine 5 Euro für einen lächerlichen Hähnchenspieß aus. Dann lieber nichts ...

Nur ca. 10 Minuten vom Bahnhof weg, ein bißchen den Berg hoch, lag dann das Minshuku auch schon. Durch die vielen Stufen und das viele bergauf und bergablaufen waren meine Beine schon ganz wackelig. Kennt ihr das, wenn man zuviel trainiert oder joggt und dann zittern die Beine bei der Beanspruchung?
Bei der Unterkunft angekommen hab ich von der "Gastgeberin" (Herbergsmutter? wie nennt man so jemand?) alles gezeigt bekommen.

Ich war soo müde, aber ich musste noch telefonieren und hatte ... Huuunger! Also bin ich nochmals nach Nikko und auf Empfehlung der "Gastgeberin" bin ich die kompletten 2 km nochmals bergauf gelaufen, denn dort sollte ein sehr leckeres Ramenrestaurant sein. Mir war ja schon fast klar, wenn ich da oben ankomme, das das Ding zu hat.
Und? Na klar, geschlossen. Also, die ganzen 2 km wieder zurück und unten in ein kleines Restaurant rein. Dort hab ich dann Chashumen und Gyouza gegessen. Ich war pappsatt und das warme Essen tat so richtig gut. Da draußen hatte ich langsam angefangen zu frieren.
Ich hab mir dann ein Taxi für den Kilometer bis zum Minshuku gegönnt ... da war es schön warm drin.

Geschlafen hab ich total mies. Genau wie in Hakone: unter der Bettdecke war es zu heiß, außerhalb zu kalt. Dann hatten die Türen Glaseinsätze und ich hab jedesmal mitbekommen, wenn jemand zur Toilette gegangen ist. Ich war also jede Stunde wach und bin dann so gegen 8 Uhr aufgstanden. Da ich kein Frühstück bestellte hatte, hab ich mich mit einem Tee im "Frühstückszimmer" niedergelassen, aber gleich darauf kam die Gastgeberin rein, schaute kurz und verließ "etwas ... essen ... machen" murmelnd den Raum.
Kurz später hatte ich dann mein erstes Spinat-Eier-Mayonnaise Sandwich vor mir liegen. War total lecker!

Mit dem Bus ging es dann zum Chuzenji See. Leider war da das Herbstlaub schon fast ganz we, da es sich einige Meter über Nikko liegt, und es sah doch recht kahl aus..
Hier ein Blick vom Akechidaira Plateau (liegt auf dem Weg). Man erkennt den Kegon Wasserfall und dahinter den See.

Kegon Wasserfall aus der Nähe
So sieht er im Winter aus, laut Plakat.
Das würde ich wirklich gerne mal selbst sehen ...
Da um den Chuzenji See nicht mehr alzu viele Bäume ihre Blätter haben, war es dann auch nicht mehr soo interessant durch die Parks und Wälder zu laufen. Jeder Baum, der noch einigermaßen rote Blätter hatte war belagtert von Touristen, die noch schnell ein Foto vom "Herbstlaub" machen wollten. Wie die beiden, da unten vor dem Baum ;)
Ich hab auch alle übriggebliebenen Bäumchen besucht, Fotos gemacht und einige Blätter gesammelt, die jetzt in meinem Buch vor sich hin trocknen.

Was war schon arg kalt, so etwas um die 10 Grad und ich bin dann in die nächste Kaschemme und hab meine Suppe gegessen. Da das ganze Menü auf japanisch war, war die Besitzerin dementsprechend überrascht, dass eine Ausländerin rein gekommen ist. Das Essen war aber gut und es war um einiges wärmer als draußen.
Gegen 2 Uhr kam auf einmal eine riesen Dunstwolke vom Tal hoch und hat die ganzen Berge eingepackt. Soviel also zu schönen Aussicht ... mit dem nächsten Bus bin ich dann wieder nach Nikko runter und mit dem Zug nach Hause. Zwar etwas früher als geplant, aber naja, das Wetter war ja bis zur Wolkenfront wirklich gut gewesen.


Auf dem Weg zur Bushaltestelle bin ich an dem Laden hier vorbeigekommen. Sieht ganz lustig aus, oder? Was aber noch interessanter als die Bauweise war, waren die "Snacks", die es dort zu essen gab ...

Mhhh, lecker. So richtig was für mich: Fisch am Spieß.
Mit Kopfe und Schwanz und bösem Gesicht. Wenn der Fisch wenigstens nicht so grimmig gucken würde ... aber beim Anblick des Spießes fände ich es auch schwer zu lächeln.

Dahinter, wie fast überall, Mochi ... zähes Ungenießbares in widerlichem Klebrigen getunkt ...

Und jetzt zeig ich Euch meine Souvenirs, die ich gekauft hab *froi*
In Nikko war ich bei einem Künstler im Laden, der Drachen malt. Die waren so toll, da musste ich mir ein Bild kaufen. Ich konnt mich gar nicht entscheiden ... die waren alles so schön gezeichnet. Da war noch ein Mann im Laden (aus Spanien), der hat gleich 5 Bilder gekauft, dann noch eine Frau 2 Stück und schon waren mehr als die Hälfte seiner Bilder verkauft. Ein gutes Geschäft für den Künstler, aber er hatte die Wochen drauf bestimmt viel zu tun, die ganzen Bilder "nach"zumalen.
In Echt sehen die Zeichnungen noch schöner aus. Man kann die einzelnen Schuppen und Haare vom Drachen sehr schön erkennen und er hat Highlights mit Goldpuder gesetzt, was dem ganzen eine 3D Optik verpasst.

In Chuzenji hab ich mir hier einen Holzschlüsselanhänger gekauft. Dort war ein Geschäft, dass schon im Fernsehen und in den Zeitungen war und bekannt ist für seine Holzarbeiten. Ich liebe japanische Schrift in Holz oder Stein ... Ich hätte am liebsten alles leer gekauft ...
Aber dann doch lieber nur einen Schlüsselanhänger ;)
Unten ist ein Ahornblatt durchgestanzt und oben hab ich mir von dem netten Mann was drauf schreiben lassen. Da "graviert" er gerade meinen Anhänger:

Gestern war ich noch im Waschsalon und komischerweise lern ich da immer Leute kennen. Gestern hab ich den dritten Japaner "aufgerissen" ;)
Wenn Japaner über 60 überhaupt zählen ... die sind immer alle sehr interesiert, woher, warum, wie lange, seit wann etc.
Der Mann letzte Woche hat mir sogar die deutsche Nationalhymne vorgesungen!
Asche auf mein Haupt .. ich kann, glaube ich, noch nicht mal eine Strophe komplett.

Der Japaner gestern allderdings hat mich komplett umgehauen. Der konnte "Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus ... "singen.
Das hatte er in der Schule gelernt, aber er war selbst noch nie im Ausland.

Ich stand da wie vom Blitz getroffen und hab echt nix mehr sagen können ...

Wieviele japanische Lieder lernen wir in der Schule? Wieviel davon könnt ihr jetzt noch singen?

Genau!

Nemo auf Japanisch

10.11.2006

Diese Diskriminierung ist ja nicht mehr auszuhalten. Jeder KaffeJunkie hat eine super Auswahl. An jeder Ecke hier ein Coffee-Shop und dann auch noch mit tausenden von verschiedenen Sorten Kaffee, Macchiato, Mokka, weiß der Teufel was.

Und, was bleibt mir?
Eiskaba oder heißer Kaba. Toll!

Ich protestiere aufs Energischste!
Ich will einen KABA-SHOP. Und zwar sofort - dalli dalli!

Ich will auch einen Vanille-Kaba, Schokoladen-Kaba, Tiramisu-Kaba!
Oder auch Latte-Kaba oder eine Winter-Sonderedition Gingerbread-Kaba (ja, sowas gibt es hier, aber nur in der Kaffeeausführung) ...

Die Kaffeefans werden hier vollstens versorgt und ich sitz hier gerade mal wieder vor meinem heißen Kaba. Ohne Firlefanz. Nicht geschüttel, nicht gerührt *heul*

Das Spendenkonto "Kaba für Tanja" wurde direkt neben "Gummibärchen für mich - aber nur die Guten" eingerichtet.


Eigentlich hatte ich Nemo ja schon letzte Woche geguckt, aber ich hab es andauernd vergessen Euch davon zu berichten.

Ich hab mir Nemo, Never beeen kissed und Ever after auf DVD gekauft.
Nemo hab ich jetzt einmal gesehen ...

"Mine Mine Mine" bzw. "Meins Meins Meins" heißt im Japanischen:
頂戴 choutai

Ich hoffe ich hab das richtige Kanji rausgesucht.
Frau F. meinte, Choutai wird von kleinen Kindern oft benutzt um zu sagen, dass sie etwas haben wollen. Vielleicht so wie "haben will"?

Ich hab mir von Nemo noch die Bonusmaterialien angeschaut. Habt ihr das Interview mit Marlin, Dori und Nemo gesehen? Göttlich.
Marlin wird ein paar Sachen gefragt und Dori plabbert rein. Marlin weist Sie auf den Interviewer hin, dass die Frage für ihn war und Dori sieht auf einmal die Kamera. "Oh, eine Kamera" und riecht erst mal unter ihren Armen. Links, rechts ... Dann nochmal den Atem gecheckt. Fertig. Mit der Kamera flirten ....
Und dann kommt die nächste Frage für Marlin. Dori fällt ihm wieder ins Wort, das Spiel beginnt von Neuem, da sie ja schon wieder alles vergessen hat "Oh, eine Kamera" ... Achselcheck, Atemcheck, Grins!

Hakkejima Seaparadise



Beim Stöbern im Netz kam ich auf die Seite hier und hab das gleich mal ausprobiert:

Ok, damit hätte ich nicht gerechnet...

Der erste Treffer
- Tanja ist schwanger
äh, Hallo? Hab ich was verpaßt?

Gleich darunter geht es aber vielversprechender weiter:
- Tanja ist ein schlaues Kerlchen
war ja klar ;)

Danach folgt:
- Tanja ist 13
naja, knapp daneben ....

- Tanja ist intelligent, zuverlässig und tierlieb.
Yoa, damit kann ich mich anfreunden.

Darunter ein:
- Tanja ist angekommen
super, ich dachte schon, ich schaffe es nie!


Mal ein lustiger Ausflug in die Welt des Selbst ;)

Bis zum nächsten Mal ...
Bericht von Nikko folgt am Montag. Muss noch die Tempel ordnen ....

Mein "böser" Freund Fred

Anmerkung:
Ich schreibe viele Posts schon vorher, verändere wieder Dinge, lösche was, mach noch ein Foto dazu ... Daher auch das unterschiedliche Datum über dem Post, wie bei dem hier ....

Außerdem muss ich krank sein.
In diesem Post kommt das Wort "nicht" vor. Sollte ich wirklich selbst entscheiden können wann ich welches Wort benutze? Lobotomie bitte !


09.11.2006

Jetzt ist das lange Wochenende rum und ich muss erst mal angestrengt nachdenken, was ich denn am Anfang gemacht habe.

Freitag bin ich morgens nach Hakkejima gefahren um mir das Seaparadise ...

... anzuschauen und hab auf dem Weg einen Japaner getroffen, der mich wegen Englischlernen angesprochen hat. Da Koji, so sein Name, nix vor hatte, sind wir zusammen zu Seaparadise gefahren und haben uns, wie kann es anders sein, die Meeresbewohner angeguckt. Um Euch nicht schon wieder tausende von Unterwasserfotos vorzusetzen, hier eine Auswahl der schönsten, wie ich finde, Fotos:



Kennt jemand von Euch diese Fische/Würmer? Lustige kleine Gesellen, quasi die umgekehrte Form von einem Strauss.

Im Seaparadise waren wir noch Baikingu machen, also All-you-can-eat. Finde ich ganz praktisch, weil man alles ausprobieren kann, was da so angeboten wird. Normalerweise rentiert sich das nicht wirklich, weil ich nicht dermaßen viel esse, aber es ist gut, weil man sich nicht auf ein Gericht festlegen muss. Es gab Yakisoba, gebratenes Fleisch mit diesen Sprossen (Sommersprossen ;) mir fällt der Name grad nicht ein ...) , Spaghetti mit Fisch (bäh), Pommes, Hühnchen, was Gebratenes mit Schwanz am Ende (iih), allerlei Dampfgegartes und auch Zuckerwatte (bäh), Kuchen und Obstsalat.

Da wir schon recht schnell alles gesehen hatten, hat Koji gefragt, ob ich noch mitkommen will zur Pferderennbahn nach Kawasaki. Ich war noch nie auf einer Rennbahn ... Logisch, will ich da hin!

Auf der Autobahn .. mit dem Roller ...


Von da oben hat man eine gute Sicht auf Minato Mirai Skyline .. wenn schönes Wetter ist.
Koji hat trotzdem angehalten (mitten auf der Autobahn *zitter*) und dann konnte ich ein Bild von der "anderen" Seite von Yokohama machen.

So, hier also bei der Pferderennbahn ("Keiba") in Kawasaki angekommen ...

Zwischen hunderten Japanern, meist ältere Herren, aber auch vereinzelt junge Familien, haben wir uns zu den Wettschaltern durchgeschlagen und Koji hat dann ganz "fachmännisch" seinen Tipp abgegeben. Er hat auch für mich eine Wette plaziert. Wir sind dann auf die Tribüne und dann konnte ich das erste Mal sehen, wie so eine Rennbahn in Echt aussieht.
Saugroß! Aber irgendwie aufregend.
Kurz danach ging auch schon das Rennen los und leider wurde Kojis Pferd nur Zweiter.

Das nächste und letzte Rennen stand eine Stunde später an, also hatten wir Zeit uns die Pferde anzuschauen. Vor jedem Rennen werden die auf einem Platz vor der Halle herumgeführt und man kann sich anschauen wie sie Laufen, die Statur etc. Vor dem Rennen kommen dann noch die Jockeys und man kann einige Runden Pferd und Reiter begutachten.

Vom Rennsport versteh ich ja nicht viel, aber da ich früher geritten bin fand ich das "Pferdebegutachten" toll. Mir hat die Nr. 2 gefallen, weil es noch ein junger Schimmel war (wird schwarz/braun geboren und wird mit der Zeit weiß. War in dem Moment hellgrau gescheckt ...) und die Nr. 3 war auch schön (Rappe wie Fury *g*).

Am besten hat mir die Nr. 12 gefallen wegen der Hinterläufe und der Gangart... Aber, was versteh ich von Rennpferde, dachte ich dann und hab Koji auswählen lassen, auf welches Pferd er wettete. Er hat wieder eine Wette für mich abgschlossen und meinte, die Nr. 6 wäre gut.

Wir haben dann das Rennen angeschaut und es lag fast das ganze Rennen der schöne Rappe, die Nr. 3 vorne, und zum Schluss hat sich alles gewendet. Die Nr. 13 hat gewonnen, Kojis Nr. 6 war ganz weit hinten, aber mein Favorit, die Nr. 12, war auf Platz 2. Anfängerglück!

Koji meinte noch, hätte er doch auf die Nr. 12 gewettet, dann hätte er jetzt noch ca. 200 Euro gewonnen. So hatte er 35 Euro verloren ... Schade. War aber trotzdem ein Erlebnis :)

Dann war der Tag auch schon fast rum, um 5 Uhr gehen hier ja die Lichter aus. Besonders das Große, da oben.
Ich bin dann nach Hause gefahren, hab mir noch einen Film angeguckt und bin ins Bett, weil es am nächsten Tag ja zur Miurahalbinsel gehen sollte. Kawagoe hab ich vorerst von meiner Wand (Ausflugswand im Zimmer) genommen, da ich nicht weiß, ob sich ein Ausflug dahin lohnt .. Ich investigiere noch ;p

Hier also mein Ziel für den Samstag, die Miurahalbinsel.


Da unten, wo Kurihama steht, bin ich letztens (ihr erinnert Euch) mit der Fähre rechts rüber nach Chiba.
Diesmal bin ich mit dem Zug nach Miurakaigan gefahren (die Schriftzeichen unter "Kurihama") und bin dann mit dem Bus zur "1" (Tsurugazaki) gefahren. Dort steht, laut Landkarte, ein Leuchtturm und den wollte ich anschauen gehen. Leider hatte ich eine sehr romantische Vorstellung von einem Leuchtturm, wie sich herausstellen sollte.
Aber erst mal bin ich bis zur Endhaltestelle (das hier muss dann die rechte Pobacke sein) gefahren und dann querfeldein (im wahrsten Sinne des Wortes) gelaufen um zum Strand zu kommen. Vorbei an Rettichfeldern bin ich in einem Mini-Fischerdorf das an einem klitzekleinen Hafen zwischen den Klippen liegt, rausgekommen. Ich hab einen Japaner nach dem Weg gefragt und er meinte "Da muss ich mal fragen gehen".

Irgendwie war der wie Dori, aus Nemo. Er ging Richtung Fischerleute, hat dann eine Muschel im Strand entdeckt, die aufgehoben, ist dann rechts um die Klippe rum .. und war weg.
Ich stand da, wie bestellt und nicht abgeholt ... das haben auch die beiden Fischer gedacht. Die hab ich dann nach dem Weg gefragt und die Brocken, die ich verstanden habe (der Ältere war ca. 154 Jahre alt, hatte keine Zähne mehr und hat nur genuschelt) haben mir also angedeutet, dass ich dem Dori-Mann hinterher laufen sollte.

Also bin ich an den Felsenbergen entland, um die Ecke, über den Strand und dann da hinten (siehe Bild) weiter um die Felsecken rum, bis zum nächsten Stand. Da waren dann auch einige Familien, die gegrillt und gepicknickt haben. Deren Gesichtsausdruck nach zu urteilen verirrt sich nur sehr sehr selten ein Ausländer an diesen Strand. Vielleicht hatte ich gerade jungfräulichen Boden betreten?

Ich hab dann ein paar Muscheln gesucht ...

... und bin Richtung Bus zurückgelaufen - durchs Feld.
Von dort aus konnte ich dann auch ein Bild von dem Leuchtturm machen:
Nicht sehr romantisch, ne?

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln war es dann wie bei uns daheim: Ein Bus pro Stunde.
Ok, wir haben nur vier Busse den ganzen Tag, dafür aber einen Zug pro Stunde.
Hier ging also der nächste Bus (nachdem ich den vorigen wegen 3 Minuten verpasst hatte) erst in 50 Minuten.

Auf dem Land sind die Bushaltestellen voll süß. Leider hab ich die "richtig süßen" nur aus dem Bus heraus gesehen. Da steht ein ausgelutschter Sessel mit Rissen und Dellen, daneben zwei Klappstühle, die nur noch vom Rost zusammengehalten werden. Und um die Haltestelle auch als solche zu kennzeichen, steht dann am Straßenrand ein Haltestellenschild mit Betonfuß.

Diese Haltestelle hatte keine Sitzmöglichkeiten, also bin ich in das Cafe nebenan. Die Frau war sichtlich überrascht ...
Nach und nach kamen einige ältere Männer herein, jeder wunderte sich ausgiebig über die Ausländerin und jeder hat von der Chefin erzählt bekommen (was Sie mich vorher natürlich gefragt hatte) , dass ich Deutsche bin, 27 Jahre alt und gaaaaanz alleine unterwegs bin. Nach vier Männern und einer Frau, die eine Stimme wie Bonnie Tyler hatte, war das Cafe fast voll und ich hab bei meiner Cola versucht den Gesprächen der Leute zu folgen. Die haben dann noch Ihre Kekse und Süßkgeiten ausgepackt und gelacht und erzählt. Als ich dann gehen musste, hab ich noch Schokolade (ich seh anscheinend soo verhungert aus ;) ) und ein Mochi für den Weg mitbekommen. Und, wie könnte es anders sein, war das Mochi gefüllt mit Ankopaste und mit Ankostückchen garniert. "Lecker".

Mit dem Bus ging es weiter nach Jogashima, eine kleine Insel im Norden von der Miurahalbinsel (Nr. 2 auf dem Plan oben).

Auf der Insel gab es einige kleine Wanderwege und auch einen Park. Am Ende der Wege konnte man meist auf die Felsen ans Meer runterlaufen. Es war sehr warm, der Wind kühl, also angenehm. Hier der Blick auf den (ebenso unromantischen) Leuchtturm im Osten der Insel.

Ich bin am Strand unten entlanggelaufen, der ging dann in Klippen und Felsen über.


Auf einen von den Felsen hab ich mich oben drauf gesetzt, die Beine baumeln lassen und die Sonne genossen.
Man kann die Insel teilweise auf den Felsen umrunden ....

Wenn man in den kleinen "Seen" zwischen den Felsen nach Muscheln sucht, kann man kleine Tiere sehen. Ich nehme mal an, das es Einsiedlerkrebes waren. Sah zumindest so, aber eben miniklein. Die waren lustig anzugucken .. haben sich gejagt (wenn man das in dem Tempo so nennen kann), sind umgefallen und wurden vom Meer wieder weggespült.


Ich hätte wohl etwas mehr auf meine Füße achten sollen, denn ruckzuck war mein Fuß im Wasser und der linke Turnschuh nass. Toll.


Ich hab mich dann mit der Gewissheit von ein paar schönen Muschelfunden drüber weggetröstet und bin noch ein bißchen auf der Insel wandern gegangen.






Den Sonnenuntergang wollte ich mir anschauen, aber leider kam einige Zeit vorher ne doofe Wolkenfront und hats mir dann vermiest.

Also bin ich früher als geplant von dannen gezogen :(




Mit dem Bus zurück nach Misakiguchi, nach Yokohama und heim nach Chinatown. Es hat mich sogar jemand erwartet: Ein Fred.
"Fred" daher, da zu Hause auch alle kleinen süßen Viecher mit Fühler, die z.B. hinter dem Außenspiegel oder in der Lüftung des Autos leben Fred getauft werden.

Im Zimmer angekommen hab ich noch meine Ausbeute vom Tag betrachtet. Keine supertollen Muscheln, aber trotzdem ein paar Schöne dabei. Und, da ich es bei uns am Badesee keine Muscheln gibt, war es mal schön am Meer nach solchen zu suchen ...

... noch Casablance geguckt und dann bin ich ins Bett gegangen ...

Mehr zu meinem Sonntag und Montag in Nikko demnächst.

Lg

PS.
Ich hab wieder warmes Wasser! Außerdem haben die netten Menschen auch meine Armaturen repariert, so dass ich mir nicht mehr halb das Handegelenk breche, wenn ich das kalte Wasser zu drehen möchte. ahh... wie angenehm ... warmes Wasser in Massen!